SPON bläst zum endgültigen Angriff auf die Demokratie

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An und für sich warteten die Verteidiger der Reste der nationalstaatlichen Demokratie schon lange auf den letzten Angriff, der der Bevölkerung die absolute Notwendigkeit eines EU-Einheitsstaates vorgaukeln sollte.

Ein EU-Einheitsstaat, der mit Demokratie wenig zu tun hat und wie selbstverständlich das VOLK, der SOUVERÄN, nahezu ausgeschlossen bleibt. Denn nach dem Muster der bestehenden demokratiefeindlichen “Lissabon-Vertrages” als letzte Ausprägung des Versuches, den EU-Einheitsstaat zu verwirklichen, soll die Integration gelingen.

SPON veröffentlicht aktuell einen Gastbeitrag des Verlegerischen Geschäftsführers der S. Fischer Verlage Jörg Bong mit dem Titel: Globale Krisen: Die Rettung? Europa! Geschickt wird ein Manager aus dem Metier Literatur bemüht, auch weil ein Abgesandter des “Lügenäther” (nach Prof. Peter Sloterdijk) sogleich Misstrauen erzeugt hätte.

Wie zu erwarten war, wird zunächst die derzeitige weltweite Horrorsituation  bemüht, speziell die “Zerstörung der Umwelt, der Klimawandel” und, selbstverständlich, die allseits bekannten “himmelschreienden materiellen, sozialen Zustände für Milliarden von Menschen auf dem Planeten, Armut, Hunger, Massaker, Kriege, die zu gewaltigen Migrationsbewegungen führen” usw..

Der Autor fordert dann “radikale” Lösungen, bezogen auf “Ernst, Verantwortung” und “radikale Vernunft”, auch weil die Dinge “schier unendlich kompliziert” seien.

Wer nicht sogleich merkt, dass der Autor den Lesern klar machen will, dass sie gar nicht groß NACHDENKEN müssen, sondern nur die in der Überschrift avisierte Lösung, nämlich EUROPA, folgen sollten, der wäre reichlich naiv. Denn wenn die ELITEN etwas erreichen wollen, dann muss sogleich das Instrument der KOMPLEXITÄT herhalten um zum Ausdruck zu bringen, dass diejenigen, die den “Lissabon-Vertrag” geschaffen hatten, es schon richtig machen würden.

Unbestreitbar ist die Situation in der Welt, aufgrund der vielfachen Beziehungen und Abhängigkeiten, der im historischen Ablauf sich bildenden Machtblöcke, komplex. Aber des Pudels Kern ist nicht die gewachsene Komplexität, sondern die ursächliche Machtausübung auf Basis der Pervertierung der WIRTSCHAFT und des GELDES. Begriffe, die der Autor meidet, wie der Teufel den Beelzebub.

Bereits der erste Einwand zeigt, dass die Europäische Union, geradezu die Steigbügelhalterin der pervertierten WIRTSCHAFT und der GELDSCHÖPFUNG AUS DEM NICHTS (Stichwort: derzeitige EZB-Politik der Flutung mit FIAT-Money) ist. Sie ist bereits jetzt in ihrem losen Vertragszustand souveräner Nationalstaaten geradezu ein wesentlicher Motor für das vom Autor eingangs bemühte Horrorszenarium.

Denn die derzeitige EU basiert, vertraglich UNUMKEHRBAR, auf der pervertierten FREIZÜGIGKEIT DES KAPITALMARKTES mit den allseits bekannten Auswüchsen und Auswirkungen auf das vom Autor skizzierte Horrorszenarium.

Es ist (ausgerechnet) die EU bzw. es sind die großen Nationalstaaten als Mitglieder, die sich an völkerrechtswidrigen Kriegen beteiligen und über die NATO sogar die Gefahr eines 3. Weltkrieges offensichtlich in Kauf nehmen, wenn Frau/Mann alleine die Propaganda-Schlacht gegen PUTIN beobachten.

Völlig absurd wird es, wenn der Autor eine “gemeinsame Währung” fordert. Er hat wohl zutreffende volkswirtschaftliche Analysen, beispielsweise von Prof. Heiner Flassbeck, übersehen, der anschaulich die Gründe für die “Finanz- und Schuldenkrise” in der Südschiene der EU analysierte. Ohne eine von der Bevölkerung der EU akzeptierte SOZIALPOLITIK, die den Namen verdient, dürfte der deutliche Anstieg der Verarmung zu erwarten sein, wenn einmal mehr die GELDINTERESSEN der ELITEN und KONZERNE, der Reichen und Superreichen im Vordergrund stehen. Und alleine die in Deutschland feststellbare Weigerung der ELITEN in den Alt-Parteien und den KONZERNEN bzw. der dominierenden FINANZWELT, die krasse Verteilungsungerechtigkeit bezogen auf Vermögen und Einkommen zu beseitigen macht deutlich, dass der Autor mit seinen Vorschlägen die in Wirklichkeit zu erwartende weitere Verarmung der (im EU-Einheitsstaat weiter entrechteten) Bevölkerung in Kauf nehmen will.

Mit der Forderung nach “Kultur” und “Werten” übersieht der Autor, dass das alles dominierende GELD in einer arbeitsteiligen Wirtschaft die Kultur und Werthaltungen maßgeblich beeinflusst. Auch hier liegt der Verdacht nahe, auch weil dieser wesentliche Aspekt unerwähnt bleibt, dass er die dominierenden Einflussfaktoren erst gar nicht in Frage stellen will. Deutlicher hinterfragt: Soll zukünftig die WIRTSCHAFT für die Menschen da sein? Soll der Raubtierkapitalismus weiter das zerstörerische Werk weltweit betreiben dürfen?

Die im Kern unpolitische Prosa, die der Autor weiter anführt, wenn er die Vision eines Vereinten Europas beschreibt, scheut die Nennung der eigentlichen weltweiten Probleme. Es ist die Machtausübung über die Geldschöpfung, es sind die (im rechtlosen Raum) global agierenden KONZERNE, verbunden über die weltweit dominierende US-Hegemonialpolitik mit Unterstützung der Nato-Mitglieder mit ihrem überdimensionierten Militärapparat (mehr als 800 Militärstützpunkte weltweit), die letztlich die Entwicklung und Durchsetzbarkeit von “Werten” bestimmen. Und das müssen nicht die Werte der Europäischen UNION oder des Autors sein, auch wenn sich das manchmal so anhört.

Der damals amtierende Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte ein Zeichen gesetzt, als er sich weigerte, Deutschland an dem völkerrechtswidrigen Waffengang gegen den Irak zu beteiligen.

Dieser Mut wurde nur von wenigen Staatsoberhäuptern in Europa aufgebracht. Fatal war, dass ausgerechnet die MEDIEN, gelenkt von den MÄCHTIGEN in der Welt, seine Abwahl mit aller Kraft betrieben.

Gerhard Schröder hatte der EU die Möglichkeit eröffnet, ab da eine eigenständigere Politik zu betreiben, mit Werten, die der Autor postuliert. Aber dafür gab es in Europa nur von zwei Staaten nachhaltige Unterstützung. Und die MEDIEN feierten ihre Sieg, das WEITER SO WIE BISHER.

Es ist auch die GIER einer abgehobenen ELITE in Medien, Konzernen, Politik und Bürokratie, die jedwede Änderung ihres (überwiegend leistungslosen) Wohlstandes ablehnen. Da wird niemand verzichten wollen. Auch das hat der Autor übersehen, wenn er mit glühenden Worten die Rückkehr zu Werten fordert, die spätestens seit der AUFKLÄRUNG bekannt sein sollten.

Deshalb wird bis zur nächsten Katastrophe gelten: Wenn der Reichtum der Gierigen und Abzocker aufrechterhalten werden soll, dann müssen immer mehr Menschen in Armut leben bzw. in Armut bleiben.

Wer die Macht des GELDES und die der global agierenden WIRTSCHAFT (Stichwort: Durchsetzung bevölkerungsfeindliches und demokratiefeindliches TTIP-Abkommen) nicht an den Anfang der Analyse stellt, der hat das Thema verfehlt.

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