Getötete Kinder in Afghanistan: Opfer 2. Klasse

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Es ist an und für sich auffallend, wie unterschiedlich die GEZ-Medien, aber auch die schreibende Zunft über die Opfer in Afghanistan berichten. Da wurden vor wenigen Tagen viele Kinder in einem Nachtangriff der NATO unbeabsichtigt getötet, was kaum zu einer empörten Reaktion in Deutschland und darüber hinaus geführt hatte! Anders der für die Betroffenen schreckliche Anschlag des Selbstmord-Attentäters in Polizeiuniform. Darüber wird verständlicherweise viel umfassender berichtet, auch mit kritischen Anmerkungen über die mangelhafte Ausrüstung und Ausbildung.

Zu kurz kommt dabei allerdings die Fragestellung, ob nicht das Töten der Zivilisten, gar der vielen Kinder, und das Töten per Selbstmord-Kommandos einen Zusammenhang haben?! Allzu leicht und beinahe ignorant fabuliert die Medienlandschaft von TALIBAN. Das ist eine dümmliche Lüge, denn in Ländern, die noch die Blutrache kennen, dürften nicht nur TALIBAN Anschläge verüben, sondern auch die Familien der getöteten Kinder.

Während es für die getöteten Kinder lahme Entschuldigungen der NATO gibt, empören sich die dekadenten Medien  über die Attentate auf die Soldaten. Die inzwischen tausendfach getöteten Zivilisten, darunter viele Kinder, interessieren nicht weiter. Es sind Opfer 2. Klasse, jedenfalls in der Darstellung der Medienwelt. Ihr Schicksal führt jedenfalls kaum zu Kritik bzw. tiefschürfenden Analysen der Umstände.

Es ist daran zu erinnern, dass der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg noch nicht einmal die “Kundus-Waisenkinder” 2010 zu Weihnachten besuchte, die ganz in seiner Nähe waren. Aber da ging es in der absurden “Kerner-Show” ja nur darum, in der Polit-Show die Krone dem zukünftigen Merkel-Nachfolger wahlwirksam aufzusetzen. Das ist zu Recht gründlich daneben gegangen und die später aufgedeckten Plagiate hatten nur den mangelhaften Charakter des Politikers, der sich trotz der Medienkampagnen nicht mehr halten ließ, aufgedeckt. Vor diesem Hintergrund wunderte es eigentlich nicht mehr, dass der von den Medien ausgesuchte  adelige Merkel-Nachfolger, mit dem die Bürger Glanz und Gloria der alten Zeit emotional verbanden,  kein Interesse an den vielen Waisenkindern als Folge der “Tanklastwagen-Affäre” mehr hatte.

Die Absurdität der Medien-Kampagne zeigte sich darin, dass angesichts der vielen Waisenkinder und der erbärmlichen Situation der Hinterbliebenen, denen man die Familienväter genommen hatte, in Afghanistan ein “Show-Event” veranstaltet wurde. Das macht auch aktuell deutlich, dass es bei den Medien, denen es um die Beibehaltung der neoliberalen Regierungskoalition geht, nicht mehr um eine “objektive Berichterstattung” handelt, sondern um die Inszenierung einer Meinung, die die Bürger gefälligst übernehmen sollen.

Der stereotyp angewandte Begriff TALIBAN soll davon ablenken, dass Attentate auch durch den Tod vieler unschuldiger Menschen ihre Ursache haben können. Der Begriff TALIBAN soll gezielt verschleiern, dass inzwischen viele einfache BÜRGER, die vorher nie eine Waffe gegen andere Menschen gerichtet hatten, nach den unübersehbaren “Kollateralschäden” den Kampf gegen die Besatzer, die ihre Familien töten, aufgenommen haben.

Afghanische Kinder sind nach der Mediendarstellung allenfalls die bedauerlichen Opfer, die sich bei der “Verteidigung am Hindukusch” nicht vermeiden lassen. Dieses Unwort der “Verteidigung am Hindukusch” hat inzwischen vielen Menschen das Leben gekostet.

Die deutsche Politik setzt auf den weiteren Ausbau der Streitkräfte, die im Ausland zukünftig noch umfassender eingesetzt werden sollen. Der “Verteidigung am Hindukusch” ist der “Sicherung der westlichen Interessen” mit allen militärischen Mitteln (neue Nato-Doktrin) gewichen. Keine guten Aussichten für die Kinder dieser Welt, die in rohstoffreichen Regionen wohnen.

2 Antworten to “Getötete Kinder in Afghanistan: Opfer 2. Klasse”

  1. crisismaven Says:

    Ich habe mir erlaubt, das mal hier
    http://dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=219824
    zu wuerdigen.

  2. Ralf Says:

    Die GEZ-Medien sind noch subtiler und perfider: der stereotyp angewandte Begriff TALIBAN wird nur in den seltensten Fällen alleinstehend benutzt, allermeistens heißt es doch unisono „die radikal-islamistische TALIBAN“.
    So wird durch stetige Wiederholung dem Michel ein festes Weltbild ins Unterbewusstsein gehämmert, das dann nicht mehr hinterfragt wird.

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