Von der “Fiat-Währung” und der IWF-Diktatur

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Rainer Sommer hat bei TELEPOLIS einen Artikel über die “Lehren aus der Finanzkrise” geschrieben. Auch wenn man der Analyse weitgehend zustimmen kann, sind an und für sich ein paar Korrekturen und Hinweise angebracht.

Zur Unterscheidung der Währungen schreibt Rainer Sommer folgendes:

Nimmt man die realen monetären Verhältnisse aber zur Kenntnis, dann lassen sich anhand der Ereignisse der letzten Jahrzehnte jedenfalls grob drei Arten von Währungsregimes unterscheiden, die den wirtschaftspolitischen Spielraum des betroffenen Staates definieren. Ganz oben stehen dabei Staaten wie die USA, Großbritannien, die Schweiz oder Japan, die über eine eigene [extern] Fiat-Money-Währung verfügen, die von der Regierung kontrolliert wird. Diese Kontrolle ist insofern absolut, als alle Beschränkungen, die etwa in einer formalen Unabhängigkeit der Notenbank von der Regierung liegen kann, sich der betreffende Staat selbst auferlegt hat und daher auch autonom ändern kann.

Hier wäre darauf hinzuweisen, dass die Zentralbank der USA (FED) sich in Privathand befindet und die Währungspolitik privaten Interessen unterworfen ist. Der Senat ist noch nicht einmal berechtigt, über die Höhe der “Geldschöpfung” aus dem NICHTS oder gar den Einsatz der “Rettungspakete” Auskunft zu erhalten!

Auch die Notenbank in England ist in Privathand und darüber hinaus gibt es einige Notenbanken, die nur teilweise dem Staat gehören.

Mit Blick auf den EURO, Griechenland und die sog. “PIIGS” (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) hat Rainer Sommer einige zutreffende Bemerkungen hervorgehoben:

Hat der Staat aber die volle Kontrolle über die Notenpresse, kann er die eigene Zahlungsunfähigkeit folglich stets vermeiden, da er nur die Notenbank anweisen muss, dem Staatskonto die nötige Deckung einzuräumen, was in der Notenbank mit einem Federstrich erfolgen kann. Das Land riskiert im Falle umfassender Misswirtschaft zwar steigende Inflationsraten und hohe Langfristzinsen im Inland sowie einen fallenden Außenwert. So lange ein Staat aber vorschreiben kann, dass sämtliche Steuerzahlungen etc. ausschließlich in eigener Währung erfolgen müssen, ist die Position der Währung als Zahlungsmittel alternativenlos, sieht man von Extremszenarien wie der deutschen Hyperinflation von 1922/23 ab.

Wesentlich weniger Spielraum haben Staaten, die ihre Währung an eine andere Währung fix angebunden haben und diesen Wechselkurs am Finanzmarkt durchsetzen müssen. Dadurch verliert die Regierung die Budgethoheit, die die Staaten der ersten Gruppe genießen, die theoretisch ja sämtliche Staatsausgaben mit eigenem Fiat-Money bezahlen können. Die Staaten aus dieser Gruppe können ein zu starkes Ansteigen ihrer Währung nun einfach damit verhindern, dass sie unbegrenzte Mengen ihres Geldes zu ihrem erwünschten Höchstpreis auf den Markt werfen und so eine feste Obergrenze einziehen, da niemand freiwillig mehr bezahlen wird, als die Notenbank für ihr Geld verlangt. Durch diese Käufe stockt sie zudem ihre Devisenreserven auf, die ein Land benötigt, um den Kurs zu stützen, wenn sie einen zu niedrigen Wechselkurs bekämpfen will.

In Griechenland hatte die Journaille und die Politik den Bürgern eingeredet, als ob der Verbleib in der Euro-Zone in ihrem Interesse sei. Genau das Gegenteil ist richtig, da ein eigener Wechselkurs die griechische Wirtschaft a priori besser schützt, als der Verbleib im EURO-Verbund. Durch die Diktatur der IWF-Maßnahmen wird insbesondere die Masse der Bürger für die Versäumnisse der Regierenden in Griechenland und in der EU in die Haftung genommen.

Ganz allgemein kann festgehalten werden, dass der IWF viel Unheil über die Menschen der Welt gebracht hat, weil diese Institution nur die Interessen der MÄCHTIGEN, der Banken und der Regierenden schützt, keineswegs die Interessen der Bürger.

Der Ex-Bundespräsident, Dr. Horst Köhler, hat als ehemaliger Chef des IWF viel Unheil angerichtet, insbesondere in Afrika und anderen unterentwickelten Ländern. Es wäre einmal an der Zeit die Toten in der Zivilbevölkerung zu zählen, die durch die neoliberale Politik des IWF verursacht wurden.

Den Griechen hatte man nicht zuletzt durch die Empfehlung der Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Schäuble eingeredet, als ob der IWF der Retter in der Not wäre. In Wirklichkeit sollte mit eiskalten, die Menschen verachtenden Maßnahmen nur der EURO stabilisiert werden. Die Menschen haben bis heute nicht begriffen, dass sich die IWF-Politik gegen ihre elementaren Interessen richtet.

Wer die “Geheimnisse” um Währungen und GELD bzw. Geldschöpfung aus dem Nichts (=Diebstahl der Realleistung bzw. der Realprodukte) etwas lüften will, der sollte einmal nach dem Namen Prof. Bernd Senf googeln. Prof. Bernd Senf hat in einigen Video-Beiträgen zum EURO und zum US-Dollar (auch Petro-Dollar) sehr verständlich und anschaulich einige “Geheimnisse” und deren Konsequenzen für die Bürger aufgedeckt. Wer sich einige Stunden Zeit nimmt, der wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen und der wird begreifen, welch übles Spiel auch unsere Regierung mit den Bürgern ungestraft anstellen kann.

Vielleicht war ja auch dem ehemaligen IWF-Chef, Dr. Horst Köhler bei seinem Rücktritt so richtig aufgegangen, was er den Menschen in seiner Amtszeit angetan hatte und was er persönlich zu verantworten hat, weil er  die erkennbaren schlimmen Konsequenzen dieser Politik einfach hingenommen hatte. Vielleicht  war das auch eine Art “zynische Vernunft” (nach Peter Sloterdijk Handlungen gegen die eigene Überzeugung und besseres Wissen) in seiner Amtszeit, die er wie viele andere Manager auch aus opportunistischen Gründen und persönlichen Vorteilhaftigkeitserwägungen hingenommen hatte. Er hat viel Schuld auf sich geladen, daran kann es keinen Zweifel geben. Möglicherweise war das auch ein Grund für den Rücktritt und den “bekehrt wirkenden” Inhalt der letzten öffentlichen Reden zur FINANZKRISE?!

In dem Artikel von Rainer Sommer fehlt der Hinweis, dass SPEKULANTEN (Banken, Versicherungen, Hedge-Fonds, … bzw. die dahinter stehenden PRIVAT-NOTENBANKEN) immer nach neuen OPFERN suchen, um das global kursierende GELD, das aus dem NICHTS geschaffen wurde, einen “Zinsvorteil” findet. Die Gewinner der gezielt herbeigeführten KRISEN der Volkswirtschaften sind letztlich diejenigen, die nach dem gezielt herbeigeführten Verfall der Kurse und Währungen billigst im Sinne einer globalen Umverteilung als Gewinner dastehen können, weil sie den Zugriff auf die GELDSCHÖPFUNG aus dem NICHTS haben.

Das kann jeder im Detail nachvollziehen, wenn er sich einmal die Vorträge von Prof. Bernd Senf im Internet anschaut und sein Wissen über die Funktionsweisen des GELDES erweitert.

Erst dann wird deutlich, warum sich die BANKEN, Versicherungen usw. gegen das Verbot der “Leerverkäufe” oder gegen die dringend notwendig Einführung der “Finanztransaktionssteuer” wehren.

Viel besser wäre es allerdings, wenn man die privaten Notenbanken wieder verstaatlichen würde, damit die GELDPOLITIK ausschließlich dem Wohle des Gemeinwesens dienen kann und nicht privater Machtgelüste, die über vielfältige Spekulationen realisiert werden sollen.

Es wäre auch vorstellbar, dass die nach einem Regelwerk zu begrenzenden STAATSSCHULDEN grundsätzlich zinsfrei bleiben! Aber das würde zunächst einmal voraussetzen, dass sich auch einmal eine breite Mehrheit im Parlament über die Funktion und den Missbrauch von GELD und ZINS informiert.

Der BÜRGER darf getrost davon ausgehen, dass 99,9 % der Parlamentarier in Wirklichkeit von GELD im vorgenannten Sinn wenig bis gar nichts versteht. Das ist der Grund, warum der BÜRGER sich die FREIHEIT nehmen muss, die gar nicht so komplizierten Geheimnisse für sich selbst zu lüften und aus der besseren Kenntnis heraus eine andere Politik über seine Wahlstimme zu erzwingen. Denn die JOURNAILLE wird interessengesteuert nicht darüber berichten oder darüber aufklären!

Weitersagen könnte helfen.

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