Love-Parade Duisburg 2010: Die Berichterstattung der Medien ist bizarr

by

Einmal mehr zeigen sich die Medien bei der Berichterstattung über das offenkundige Versagen bei der Loveparade in Duisburg überfordert; die an und für sich auf der Hand liegenden Informationen werden nicht in einen Zusammenhang gebracht, die richtigen Fragen werden nicht gestellt. Da ist die Frage erlaubt, ob man die CDU schonen will, die mit Bürgermeister Sauerland die Verantwortung trägt.

Diese bizarre Fehlleistung der Medien kann anhand folgender Tatsachen festgemacht werden:

1. Da meldete die Stadt Duisburg Teilnehmer von rd. 1.000.000.

2. Da nannte der VERANSTALTER die Zahl von 1.400.000.

3. Da war vereinbart/festgelegt, dass das Gelände nur 250.000 Menschen aufnehmen sollte.

4. Da war bekannt, dass das Gelände maximal nur 500.000 Menschen aufnehmen könnte.

Selbst einem Schulkind dürfte die Diskrepanz zwischen den Zahlen nicht entgangen sein! Spätestens seit der Bekanntgabe der Zahl unter 1. hätte ein Notfallplan einsetzen müssen, um die Menschenmassen wieder abzuleiten!

In der Berichterstattung am Montag und in der Pressekonferenz war keine Fragestellung erkennbar, ob eine Notfallplanung existierte, wie die Inhalte dieser Planung beschrieben werden können und, falls solch eine Planung vorhanden war, warum die Notfallmaßnahmen nicht angesichts dieser nicht zu bewältigenden Menschenmenge nicht längst eingesetzt wurden?!

Die Medien taten unisono so, voran z.B. N-TV, dass die Frage der Verantwortung noch nicht geklärt sei. Eine pure Verdummung der Opfer und der Angehörigen.

Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Stadt Duisburg sozusagen der HAUSHERR war, der die Bedingungen vorgibt! Dazu gehören auch Handlungsanweisungen für die Polizei und eine Definition, ab wann der Notfallplan greift, wer ihn auslöst und welche Maßnahmen in einer vorgegebenen Reihenfolge ergriffen werden müssen.

Merkwürdig ist, dass den JOURNALISTEN solche Selbstverständlich-keiten offenbar ein “Buch mit sieben Siegeln” sind!

Die JOURNAILLE hat sich in Wirklichkeit geweigert, die vorliegenden Erkenntnisse zu bewerten.

Wie war es eigentlich möglich, dass erst am Samstag die “Genehmigung” für die Veranstaltung vorlag? Was hatte die Stadt Duisburg daran gehindert, die Genehmigung nicht viel früher zu erteilen?

Wieso hatte der ehemalige Polizeipräsident, Rolf Gebin, nach Darstellung ZEITONLINE, die sich auf einen Bericht der Süddeutsche Zeitung bezieht, “Arger auf sich gezogen”?

Peinlich wirkt, dass die Süddeutsche Zeitung den Polizeichef sogleich als “streitlustig” plakatiert, obwohl die Bedenken sich auf tragische Weise jetzt bestätigt hatten:

Die Bürde” eines streitlustigen Polizeichefs”

Vor allem der mittlerweile in Ruhestand gegangene Polizeipräsident Rolf Cebin hatte sich wegen Sicherheitsbedenken heftig gegen die Austragung der Loveparade gewandt. Daraufhin soll der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Thomas Mahlberg nach SZ-Informationen in einem Brief an den damaligen FDP-Innenminister Ingo Wolf die Absetzung des Polizeipräsidenten gefordert haben.

Diese Verwicklung mit der ehemaligen Landesregierung, bestehend aus CDU und FDP, wird überwiegend verschwiegen. Offenbar hatte dann die Landesregierung den Polizeipräsidenten unter Druck gesetzt.

Hier zeigt sich wie fatal es ist, wenn Berufspolitiker ohne jede Sachkompetenz Einfluss auf die Entwicklung nehmen können. Die demokratische Gewaltenteilung funktioniert nicht, wenn die Politik auf die Beurteilungen in der Sache Einfluss nimmt!

Es wäre vielmehr richtig gewesen, wenn die angemeldeten Bedenken durch Sachvortrag, Alternativplanung usw. ausgeräumt worden wären. Aber spätestens nach der politischen Einflussnahme dürfte es kaum noch jemand gewagt haben, die fundierten und nicht ausgeräumten Bedenken aufrechtzuerhalten oder lautstark zu verkünden.

Jetzt erweist sich, dass meine Analyse vom 28. Juli, mit der ich auf die Entscheidungsprozesse und die mangelnde Kompetenz der politischen Entscheider abstellte, völlig richtig lag.

Ursächlich für die 20 Toten und die mehr als 500 Verletzten ist die Überheblichkeit der politischen Entscheidungsträger, die Abgesandten der Parteien, die ohne jede Sachkompetenz sogar massive Bedenken der Fachleute ignorieren können!

Dass sich jetzt Bürgermeister Sauerland auch noch an seinem Sessel festhalten darf, ist ein Skandal besonderer Art. Hier geht es nicht um Aufklärung, hier geht es mehr um Vertuschung und das Werfen von Nebelkerzen.

Es ist bekannt geworden, dass die CDU selbst für Auftritte des damaligen Ministerpräsidenten Rüttgers GELD nehmen wollte; da liegt es nahe danach zu fragen, warum man seitens der Stadt Duisburg und dem Bürgermeister Sauerland (CDU) die vorhandenen erheblichen Sicherheitsbedenken an die Seite gedrückt hatte und sogar den ehemaligen Polizeipräsidenten bedrohen ließ? Ging es wieder einmal um Geld, um Parteispenden für CDU und FDP?

Die schrecklichen Ereignisse in Duisburg zeigen, wie marode die Demokratie geworden ist; der unselige Einfluss der Alt-Parteien spült Parteigänger in die Spitzenpositionen, denen offenbar jede Entscheidungskompetenz fehlt!

Jetzt ruft man nach der Verlagerung der Entscheidungen für solche Ereignisse auf die LANDESREGIERUNG, flankiert durch eine Art “Sicherheits-TÜV”.

Man will also nicht mit der Wahrheit heraus, denn es geht um die maroden Alt-Parteien und deren Personal, das durchsetzt ist vom Zeitgeist der Gier und der Abzockerei, dem neoliberalen Wahnwitz!

Die Wahrheit ist, verkürzt auf den Punkt gebracht, dass die Gier die Menschen getötet und verletzt hat; Sicherheit kostet GELD und das GELD wollte man sich lieber in die eigenen Taschen schaufeln!

Dass dabei sogar “Polizeipräsidenten” unter Druck geraten können zeigt nur, wie marode und abartig die Parteien strukturiert sind und welche charakterlosen Gesellen in den Regierungsämtern sitzen. Diejenigen, die verantwortungsvoll ihre Aufgaben wahrnehmen, werden aus dem Amt gedrängt. Das Beispiel in Hessen (4 erfolgreiche Steuerfahnder) machte Schule, auch in NRW.

Und die JOURNAILLE ist nach Kräften bemüht, mit wenigen Ausnahmen wie die Süddeutsche Zeitung, die wirklichen Ursachen der Katastrophe zu verschleiern.

Weitersagen könnte helfen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: