Merkwürdige Zahlenspiele der Agentur für Arbeit

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Vor wenigen Tagen wurden Zahlen über die Entwicklung der Arbeitslosen von der JOURNAILLE verbreitet, die an und für sich mit der Realität nicht in Einklang zu bringen sind.

Da wurde die Nachricht verbreitet, dass die Zahl der Arbeitslosen auf 3,153 Millionen gesunken sei.

Bei eXtraWagandt kann man folgende Zahlen nachlesen, die sich aus der veröffentlichten Statistik ergeben und ein etwas anderes Bild zeichnen:

Unterbeschäftigung im engeren Sinne: 4.054.854
In Kurzarbeit: 830.000
Erwerbsfähige Hilfebedürftige (Alg II): 4.998.061
Nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige: 1.842.895
Teilnehmer an Maßnahmen: aktiver Arbeitsmarktpolitik 1.579.060

Zusammengenommen ergibt sich eine Zahl von 13,3 Millionen Bedürftigen, von denen rd. 11,5 Millionen erwerbsfähig sind.

Im Monatsbericht für Juni 2010 (Seite 13) der Bundesagentur für Arbeit werden für den 1. Arbeitsmarkt 659.000 offene Stellen “nach jüngsten Angaben des IAB” genannt; das “gesamtwirtschaftliche Stellenangebot” lag bei 843.000 Stellen (siehe Seite 12).

Damit wird deutlich, dass für den 1. Arbeitsmarkt noch nicht einmal 5 % an offenen Stellen zur Verfügung stehen. Dennoch verbreiten die Journaille und einige Politiker der UNION und insbesondere der FDP den Eindruck, als hätte  JEDER der Arbeitssuchenden eine Chance, einen Arbeitsplatz zu finden!

Mit diesen Diffamierungen und den verfälschten Arbeitslosenzahlen für die Öffentlichkeit will man davon ablenken, dass die von den Regierungen unterstützte geistlose Globalisierung im Wesentlichen zu diesen Verwerfungen beigetragen hat. Insbesondere Deutschland ist für die aufkommende Gier und Abzockermentalität verantwortlich, weil sich niemand in den Parteien für die volkswirtschaftlichen zwangsläufigen Konsequenzen bis heute nicht interessiert hat, insbesondere der auch damit verbundenen finanzielle Auszehrung der Kommunen, der Gefährdung der Sozialsysteme (Krankenversicherung, Rentenversicherung) durch die notwendiger-weise stark ansteigende Arbeitslosigkeit.

Die realistische Arbeitslosigkeit liegt zwischen 20 % und 25 %!

Das jüngste Sparpaket und die “Gesundheitsreform” machen deutlich, dass UNION und FDP auch an der Umverteilung des Einkommens von unten nach oben festhalten wollen. Das neoliberale WEITER SO WIE BISHER wird offen propagiert.

Oder anders gesagt: UNION und FDP werden an der Förderung des neoliberalen Schwachsinns festhalten und allenfalls kosmetische Änderungen, z.B. bei der Bankenpolitik, medienwirksam in Szene setzen.

Der hohe Prozentsatz der realen Arbeitslosigkeit von mehr als 20 % macht deutlich, dass mit der jetzigen Regierungspolitik die Probleme sich nur verschärfen können.

Wer in der Politik die wirklichen Ursachen bekämpfen will, der muss die Volkswirtschaftslehre endlich beachten, sich von der Klientel-Politik trennen und eine Wirtschaftspolitik betreiben, die die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt.

Aber dazu sind weder UNION noch FDP fähig.

Nur der Wähler kann eine Änderung herbeiführen, indem er diesen Parteien bei den nächsten Wahlen eine klare Absage erteilt.

Dass die anderen Parteien “es auch nicht besser können”, ist ein Märchen. Es wird auch zukünftig darum gehen, anderen demokratischen Parteien eine Chance in den Parlamenten einzuräumen, weil die Alt-Parteien nicht lernfähig sind!

Der Bürger ist insofern gefordert, eine Änderung der Politik zu erzwingen.

Weitersagen könnte helfen.

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2 Antworten to “Merkwürdige Zahlenspiele der Agentur für Arbeit”

  1. michaeleriksson Says:

    Guter Anfang: Statistik wird in der Tat lieber verschönt, als das eigentliche Problem behoben.

    Nachher entgleist der Beitrag aber schnell: Dies hat wenig mit der Union, Neoliberalismus, und ähnliches zu tun, unabhängig davon ob wir die verschönerte Statistik oder das Arbeitslosigkeitsproblem diskutieren. Die Situation war sehr ähnlich als SPD an die Macht war. In Schweden, wiederum, haben die Sozialdemokraten eine lange Geschichte von Arbeitslosigkeitverstecken hinter sich.

    Mehr Sachargumente und weniger Rhetorik, bitte.

    • Eckhard Schulze Says:

      Zunächst einmal vielen Dank für die Reaktion auf den Artikel. Die „Entgleisung“ kann ich nicht erkennen. Und selbstverständlich hat die Arbeitslosigkeit etwas mit „Neoliberalismus“ zu tun, der ungezügelten Globalisierung und der damit verbundenen Arbeitsplatzverlagerung. So wurde z.B. China das Ingenieur-Wissen und Know How der letzten 100 Jahre in der Chemie geschenkt, nur weil man auf diesem Markt präsent sein wollte, um nur ein Beispiel zu nennen. Deshalb auch mein Hinweis auf die Vernachlässigung volkswirtschaftlicher Zusammenhänge, wie es für die letzten Bundesregierungen typisch war. Man hat den Eindruck, als würde niemand mehr die Volkswirtschaft verstehen und nur noch Halbwissende bezogen auf ein paar betriebswirtschaftliche Zusammenhänge vorhanden sein.

      Von der Besetzung der Lehrstühle an den Hochschulen ganz zu schweigen; da gibt es 99 % Gläubige des Neoliberalismus, wie es Prof. Hickel einmal angedeutet hatte. Die Frage, wie man WIRTSCHAFT organisiert bzw. steuert, ist eine entscheidende Frage für den Arbeitsmarkt. Daran kann es keinen Zweifel geben. Ich erinnere nur an die Verlagerung von Produktionsstätten aufgrund steuerlicher Vorteile innerhalb der EU.

      Wenn China durch die „Geschenke“ dann den Markt mit Produkten überschwemmt, dann wirkt das selbstredend auf den Arbeitsmarkt in Deutschland und in Europa. Ähnliches gilt für die Verlagerung von Produktionsstätten aufgrund der Gier nach steuerlichen Vorteilen oder absurden Subventionen. Die Gier und die Abzockerei als Folge des neoliberalen Wahns führte bei den großen Unternehmen zunehmend zu Investitionen im Finanzbereich; neue Produkte und Leistungen wurden vernachlässigt. Der neoliberale Schwachsinn führte auch zur Vernachlässigung des Binnenmarktes, auch weil die gezielt zurückhaltende Lohnpolitik (=volkswirtschaftlicher Aspekt) keine Absatzsteigerungen erwarten ließ. Das führe ich nur an, um die Wechselwirkungen des Neoliberalismus auf den Arbeitsmarkt deutlich zu machen.

      Die Sozialdemokratie unter Schröder hatte sich zu der diffusen Mitte orientiert, um der CDU Konkurrenz zu machen. Schröder war/ist ein AUFSTEIGER, der offenbar Schwierigkeiten mit der Einordnung seiner eigenen Bedeutung hatte und sich deshalb den MÄCHTIGEN anbiederte. Positiv ist festzuhalten, dass er immerhin die Ostsee-Pipeline (North Stream) unterstützte, auch um kriminellen Anwandlungen anderer Staaten zu begegnen. Das nenne ich ein Stück friedliche Wirtschaftspolitik, bei der dem „Einbrecher“ das Werkzeug weggenommen wurde.

      Insofern sehe ich keine „Rhetorik“ sondern allenfalls den Erfolg des Zeitgeistes, nur noch rudimentär – wenn überhaupt – über Zusammenhänge zu diskutieren.

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