Anne Will: Boulevard essen Meinung auf

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Spätestens nachdem Wirtschaftsminister Brüderle mit seinen Lügengeschichten zur Finanztransaktionssteuer von Anne Will peinlichst entlarvt wurde, rechnete ich an und für sich bereits mit einer Absetzung der Sendung. Denn zu viel Wahrheit schmeckt der Journaille nicht, da ansonsten der Bürger nicht mehr auf die gesteuerten “Meinungsmacher” hören könnten. Das ist auch für die etablierten Parteien eine gruselige Vorstellung. Am Ende könnte ja sogar der Wähler Einfluss auf die politische Richtung nehmen, anders als bisher. Und das geht gar nicht.

Aber anscheinend kann man es sich (noch) nicht leisten, die Sendung vollends abzusetzen. Da darf dann Anne Will mit Sandra Maischberger und Maybritt Illner um die Sendezeit an anderen Wochentagen streiten.

Jetzt soll Günter Jauch den Bürger wieder auf “Boulevard-Niveau” bringen, in etwa auf das Niveau der Zeitung mit den großen Buchstaben, ist zu befürchten. Diese Leserschar wird sich sicherlich gleich zu Hause fühlen, da wären vielleicht danach noch ein paar leicht bekleidete Damen zu empfehlen, damit das Niveau zielgenau getroffen wird.

Interessant ist, dass die Nachricht so nebenbei lanciert wurde und das Nachdenken noch nicht so richtig eingesetzt hat.

Dem Bürger soll wieder die neoliberale Ideologie verkauft werden, deren Scheitern und Absurdität an und für sich mit den Auswüchsen der Gier und Abzockerei offenkundig wurde.

Auch die Arbeitslosen und die Beschäftigten im Niedriglohnsektor sollen nicht auf die Idee kommen, dass die neoliberale Ideologie und die sie stützende Politik für die ausufernde Armut verantwortlich ist. Denn bisher war es ja noch gelungen den Arbeitnehmern, denen die Gefühlslage des Mittelstandes medial zugewiesen wurde, einzureden, dass nur die Arbeitslosen alleine an ihrem Schicksal Schuld tragen. Dass die wenigen Hundertausend angebotenen “Normal-Jobs” nicht ausreichen, um ca. 8 bis 9 Millionen Arbeitslose, 1-Euro-Jobber, Zeitarbeiter und Leiharbeiter in ein normal bezahltes Beschäftigungsverhältnis zu bringen, soll der durch die Krisen erst kürzlich “aufgewachte” Bürger nicht wissen. Das wäre ja noch schöner, wenn die Wahrheit nach der Volksmusik aufgetischt werden würde und der Michel gar noch überlegt, wann es ihn selbst treffen könnte. Das kann man schon gar nicht mehr gebrauchen, wie die Umfragen zur Regierungskoalition belegen. Die Kurve der Wahrheit und Erkenntnis, die den Absturz von UNION und FDP verursachte, soll durch neue, neoliberale Ablenkungen wieder auf Gegenkurs getrimmt werden. Da braucht es dann die Boulevard-Politik eines Günter Jauch.

Schon gar nicht Will man zulassen, dass das WIRTSCHAFTEN insgesamt auf den Prüfstand kommt und die Frage gestellt wird, welche zukunftsweisenden Alternativen angestrebt werden könnten. Das würde einigen die Gänsehaut auf den Rücken treiben, weil es ja hinter den Kulissen um das WEITER SO WIE BISHER geht, mit allerlei kosmetischen Tricks.

Und schon gar nicht soll bekannt werden, wie auf vielfältige Weise die Geldmenge betrügerisch – ohne jede Realleistung – aufgebläht wird, um den Menschen anschließend die Früchte ihrer Arbeit vorzuenthalten bzw. zu stehlen!

Auch die zerstörerische, mathematisch zwangsläufige Wirkung von Zins und Zinseszins soll nicht öffentlich diskutiert werden. Damit will man den Bürger nicht am Sonntag auch noch belasten, der ja schließlich am nächsten Morgen wieder fleißig für die Geldbarone arbeiten soll!

Nur merkwürdig, dass in wenigen Wochen kritische Geister wie Georg Schramm aber auch Horst Köhler und jetzt Anne Will entsorgt wurden; sicherlich mit unterschiedlichen Methoden. Anne Will darf noch auf Bewährung ein paar Monate weitermachen bis sich entscheidet, was dann wirklich passiert. Ob sie jetzt Zurückhaltung üben wird?

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