Euro-Bashing: Wurde die Kanzlerin erpresst?

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Dass die Banken und Casino-Spekulanten keine Scheu haben dürften, Regierungen zu bedrohen, dürfte an und für sich aufgrund der Kenntnis der kriminellen Energie der Akteure (Casino-Spekulanten, Banken mit Wucherzinsen) nicht weiter verwundern.

Bei den Antworten von Angela Merkel im Fernsehen (Das Erste, ZDF) fiel auf, dass sie bei den Fragen nach der Beteiligung der Banken sehr zurückhaltend, ja beinahe ängstlich und sehr vorsichtig reagierte. Angesichts der Casino-Spekulationen, der unanständigen Zinsen für Griechenland ist wohl davon auszugehen, dass Bankenvertreter mit dem massiven Angriff auf den Euro gedroht haben, wenn die Staatshilfen der EU nicht in die Taschen der Banken und Spekulanten gespült werden oder Griechenland sich genötigt sieht, die Euro-Zone zu verlassen.

Es ist offenkundig, dass von unabhängigen Wirtschaftswissen-schaftlern (z.B. Prof. Starbatty, Prof. Hankel, Prof. Gerke) attestiert wurde, das Griechenland sich nur selbst retten kann (Stichwort: Belebung der Konkurrenzfähigkeit), wenn der “Drachme” wieder eingeführt wird und die Handlungsfähigkeit des Staates zurückgewonnen wird. Einsparungen können nur zu einer Depression bzw. Abwärtsspirale in der Wirtschaft führen, so die einhellige Beurteilung der Experten!

Wie da Griechenland die Fähigkeit entwickeln soll, die Bankenkredite zu bedienen, bleibt das Geheimnis der Kanzlerin. Auch der Kanzlerin dürfte klar sein, dass die jetzige Vorgehensweise keine Lösung für Griechenland darstellen kann!!!

Daraus ergibt sich die Fragestellung, warum Angela Merkel und die EU den Weg des weiteren wirtschaftlichen Zerfalls Griechenlands beschreiten?

Die Antwort liegt auf der Hand: Die Finanzwelt bedroht massiv den EURO, wenn die EU nicht die Wünsche der Gierigen und Abzocker erfüllt! Aufgrund der fehlenden Maßnahmen der Regierenden (z.B. rechtliche Unterbindung der kriminellen Spekulationen) zocken die Gierigen und Abzocker ungeniert zügellos weiter. Eine Art “Automatismus”, der nur durch staatliche Eingriffe unterbunden werden kann, jedenfalls nach Auffassung und Argumentation der  beratenden Banker, voran die Deutsche Bank. Dass die Finanzwelt sich mit aller Macht gegen die Unterbindung krimineller Spekulationen und toxischer Derivate (CDS, …) wehren wird, ist die eigentliche Drohkulisse. Allenfalls werden „Selbstregulierungen“ angeboten, die die Finanzwelt selbst organisiert. Es geht also um das WEITER SO WIE BISHER in der Finanzwelt, die Aufrechterhaltung der FREIGABE der zügellosen Bankaktivitäten im EU-Vertrag. Nicht ein EU-Politiker hat bisher die Änderung des EU-Vertrages gefordert, um die kriminellen Aktivitäten der Banken und die Casino-Spekulationen zu unterbinden! Stattdessen wird der EU-Vertrag zu Gunsten der Banken wie selbstverständlich im Fall Griechenland gebrochen! Hier bestätigt sich die Auffassung von Prof. Schachtschneider, der die EU als Despotie bezeichnet. Die EU ist in Wirklichkeit eine Veranstaltung der multinationalen Konzerne, nicht der Bürger; ein Instrument der ungezügelten Machtausübung, vornehmlich zur Disziplinierung der Bürger nach den Vorstellungen der neoliberalen Wirtschaftsakteure!

eurotopics veröffentlich aktuell Hinweise und Zusammenhänge, die meine Auffassung mehr als bestätigen.

Noch wichtiger aber ist, einer sich ausbreitenden Panik entgegenzutreten, die den Kurs des Euro drückt und den Schuldenabbau für weitere Länder verteuern würde: Portugal, Spanien, Irland und Italien. Hier geht es um Tage und Wochen. Sollte sich die Panik ausbreiten, dann müssten die europäischen Politiker nach Schätzungen renommierter Ökonomen minimal 600 Milliarden Euro aus den Taschen ziehen, um die Schulden aller Problemländer begleichen zu können. Das aber könnte den Bankrott der Eurozone bedeuten.“ (29.04.2010)

Das kurze Zitat beschreibt die “Drohkulisse”, die die Banker an die Wand malen, wenn die EU nicht folgsam ist. Die Banker wollen die Zwangsbeteiligung an der kriminellen Abzocke mit aller Gewalt vermeiden. Die Deutsche Bank versucht durch den “freiwilligen Beitrag” die aufgeschreckte und zum Teil empörte Bevölkerung vor der NRW-Wahl noch etwas zu beruhigen. Schließlich will man ja auch CDU und FDP an der Macht halten, die so prächtig im Sinne der Banker funktionieren.

Für den NRW-Wähler kann das nur bedeuten, dass er die FDP aus dem Landtag jagen müsste, wenn er die Politik aus dem Klammergriff der Banken befreien will. Es braucht klare Signale für die Regierenden in Berlin, um eine Änderung der Politik, auch in der EU, herbeizuführen. Dazu gehört es auch, die CDU in NRW in die Opposition zu wählen! Jede andere Koalition setzt das Signal für eine dringend erforderliche Neuausrichtung der Wirtschafts- und Finanzpolitik in Berlin.

Weitersagen könnte helfen!

Immerhin war gestern sogar das ZDF bereit, Prof. Starbatty in einer Sendung (Wiso) zu hören. Der Vertreter der Banken/Lobbyisten, Prof. Enderlein, war natürlich ebenfalls anwesend, damit die Auffassung der Bankenwelt verdeckt mit “neutralem Anschein” verbreitet werden konnte.

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2 Antworten to “Euro-Bashing: Wurde die Kanzlerin erpresst?”

  1. ebook leser Says:

    Ein paar Tage sind ins Land gegangen und kaum einer spricht mehr über Griechenland. Das Land ist pleite und wir dürfen mal 30 Milliarden überweisen, die wir auch als Kredit aufnehmen dürfen, denn das haben wir ja auch nicht. Ich bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis Deutschland von den Märkten als Junk eingestuft wird.

  2. Tweets that mention Euro-Bashing: Wurde die Kanzlerin erpresst? « An und für sich -- Topsy.com Says:

    […] This post was mentioned on Twitter by kanzler. kanzler said: Euro-Bashing: Wurde die Kanzlerin erpresst? « An und für sich: Wie da Griechenland die Fähigkeit entwickeln soll, … http://bit.ly/dgnztf […]

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