Afghanistan: Der Wahrheit verpflichtet

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Nach der gestrigen Bundestagsdebatte und der Regierungserklärung der Kanzler erscheint es an und für sich angebracht einmal ein paar Informationen zu verbreiten, die der Wahrheit viel näher kommen.

Zur Einstimmung ein Zitat von Carl von Ossietzky:

Der Krieg ist ein besseres Geschäft als der Friede. Ich habe noch niemanden gekannt,
der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte.
Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert.

Quelle: Weltbühne vom 8. Dezember 1931

Der Artikel von Volker Bräutigam

Dritter Opiumkrieg

http://www.0815-info.de/News-file-article-sid-10658.html

eröffnet ganz andere Wahrheiten, die man im Bundestag nicht hören wird. Daraus aufgrund der Bedeutung einige Auszüge:

93% des weltweit produzierten Opiums, Rohstoff für Morphium und Heroin, kommen aus Afghanistan. Anno 2007 waren es 8200 Tonnen, im Jahr darauf 8300; das Ergebnis des vorigen Jahres fällt wegen einer schlechteren Mohnernte etwas geringer aus, exakte Zahlen gibt es noch nicht.

Allein nach Russland gelangt demnach fast dreimal soviel Heroin wie in die USA, nach Kanada und Westeuropa zusammen. Victor Ivanov, Leiter des Föderalen Dienstes für Drogenkontrolle (russisch: FSKN), erklärte auf dem NATO-Russland-Rat am 23. März in Brüssel, der Drogenzustrom aus Afghanistan sprenge alle Vorstellungen. Eine Million Menschen seien seit 2001 (dem Jahr des Kriegsbeginns und der Besetzung Afghanistans durch US- und NATO-Truppen) schon an den Opiaten vom Hindukusch gestorben. Ivanov: "Fast jede Familie ist inzwischen direkt oder indirekt davon betroffen". 21% des weltweit verschobenen Heroins aus Afghanistan seien 2008 auf Russlands Schwarzmarkt abgesetzt worden, trotz aller Abwehrmaßnehmen Moskaus sei die Tendenz steigend.

Vor dem Krieg, unter dem Taliban-Regime, war Mohnanbau in Afghanistan streng kontrolliert, Mohn war nur als Lebensmittel erlaubt. Auf Drogenherstellung und -vertrieb stand die Todesstrafe. Der afghanische Heroin-Anteil am Weltmarkt betrug nicht einmal 5 Prozent. Die afghanischen Bauern waren dennoch nicht ärmer als heute. Auch zuvor, während der sowjetischen Intervention und der kommunistischen Regierung Afghanistans, gab es dort nur geringe Drogenproduktion. Sie gedieh erst nach der US-amerikanischen Subversion (Ausrüstung und Unterstützung der Volksmujaheddin, aus denen später die Taliban hervorgingen).

Wir haben es mit der modernen (US-amerikanischen) Variante eines „Opium-kriegs“ zu tun, der mit der gleichen Zielsetzung geführt wird, welche die Briten im Ersten und im Zweiten Opiumkrieg (1839-1842 sowie 1856-1860) gegen das Kaiserreich China der Qing-Dynastie verfolgten. Das dem Reich der Mitte aufgezwungene Opium bewirkte bekanntlich die völlige Zersetzung der chinesischen Gesellschaft und jene innenpolitische Instabilität, die schließlich 1900 den sog. Boxer-Aufstand auslöste – den erwünschten Vorwand zum europäischen Einmarsch.

Opium bzw. Heroin schädigt den Menschen bis in seine genetischen Grundlagen – wie damals im chinesischen Kaiserreich, so heute in Russland, in der Volksrepublik China und ihren Nachbarländern. Die für die Menschheitsentwicklung entscheidenden, sich eben erst herausbildenden russischen und chinesischen Zukunftskulturen sollen zerrüttet werden. Gegen Moskau und Beijing, die beiden Hauptkonkurrenten, richten Washington und die NATO deshalb die bewährte Giftwaffe der Drogen. Das ist ein wesentlicher Kampf im Afghanistankrieg, in seiner Dimension öffentlich kaum diskutiert.

Und die Kanzlerin Angela Merkel wiederholt ständig die Behauptung, dass der Kalte Krieg 1989 beendet worden sei.

 

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